Bürgerinitiative will Neubau der FH-Würzburg verhindern

Thematisch passt dieser Artikel nicht ganz hier rein… aber besondere Ereignisse erfordern eben besondere Maßnahmen ;) ! Und als betroffener (schreib ja noch meine Dipl. Arbeit) muss ich diese Plattform jetzt einfach mal nutzen um einige Dinge klar zu stellen.

Im September letzten Jahres wurden nach langer Zeit endlich die finanziellen Mittel für den Neubau der FH Würzburg am Sanderheinrichsleitenweg, für die Fakultäten Gestaltung und Informatik/Wirtschaftsinformatik, bewilligt. Darüber haben wir uns alle sehr gefreut, denn der Neubau ist eigentlich schon längst überfällig. Inzwischen hat sich die “Bürgerinitiative Alandsgrund” gegründet, die sich seitdem vehement gegen den Neubau wehrt. Inzwischen hat die Bürgerinitiative genug stimmen gesammelt, so dass es am 27. Juli zu einem Bürgerentscheid kommen wird. Hier haben alle Würzburg die Möglichkeit entweder gegen oder für den Neubau zu stimmen.

Die Argumentation der Bürgerinitiative lautet im Wesentlichen: “Warum die wunderbare Natur verschandeln, wenn doch auf dem Kasernengelände der Leighton Barracs (hier war mal die US Armee stationiert) noch reichlich Platz ist? Sollen die Studenten doch lieber dahin gehen.” Offenbar haben Sie es geschafft mit dieser Argumentation jede menge Menschen auf ihre Seite zu ziehen. Ganz so einfach ist es allerdings nicht… daher hier die Argumentation im Einzelnen:

  • Das Areal der Leighton Barracs soll als Basis für eine Erweiterung der Fachhochschule verwendet werden. Denn, angeblich soll dieses Gelände bis 2008 freigegeben werden.
    Nun, zum einen war es genau diese Alternative, dessen Prüfung die Bewilligung der Mittel so lange hinausgezögert hat. Das Ergebnis der damaligen Untersuchung war eindeutig. “Eine Erweiterung an diesem Ort würde frühestens in acht Jahren realistisch sein“, so Thomas Goppel, Wissenschaftsminister. Im Gegensatz zu der Fläche am Sanderheinrichsleitenweg, für den der Bebauungsplan mit allen notwendigen Vorbereitungen bereits abgeschlossen ist, gehört das Land, auf dem die Leighton Barracs liegen, noch immer den Vereinigten Staaten von Amerika. Eine Klärung ob und wann die Flächen von der Stadt Würzburg überhaupt benutzt werden könnten steht noch aus. Und wie lange solche Entscheidungen gewöhnlich dauern… Eine echte Alternative kann das also nicht sein!
    Des Weiteren will ich gar nicht dran denken womit das Gelände so alles belastet sein könnte. Ich würde meine Kinder nur ungern dorthin schicken.
  • Flächenversiegelung, Zerstörung der Natur
    Was die meisten nicht wissen, es wird nicht auf dem Alandsgrund selber, sondern auf einem Acker der lediglich in Sichtweite zum Naturschutzgebiet liegt, gebaut. Als Ausgleich für die bebaute Fläche (und die Flächenversiegelung) werden knapp 20.000 m² Biotope und Grünflächen neu angelegt. Und davon abgesehen… egal wo gebaut wird, dass eine Fläche versiegelt wird lässt sich wohl kaum vermeiden.

Gut, auf der einen Seite kann ja schon verstehen, dass die unmittelbaren Anwohner zunächst besorgt sind. Sei es wegen den oben genannten Gründen oder aus Angst die schöne Aussicht zu verlieren. Vielleicht haben Sie auch Angst, dass die vielen Studenten ihre “Ruhe” stören könnten. Womöglich wären wir, als Anwohner, zunächst auch etwas besorgt. Dennoch muss man sich auf der anderen Seite Gedanken über die Konsequenzen machen und sich damit auch auseinandersetzen. Und die sind:

  • Der zur Verfügung stehende Platz reicht schon jetzt nicht mehr aus. Die Fakultät Gestaltung ist z.B. auf ganze 7 Standorte verteilt. Bei uns (Informatik/Wirtschaftsinformatik) sieht es noch nicht ganz so schlimm aus. Doch auch hier reicht der Platz längst nicht mehr aus.
  • Durch die Verkürzung des gymnasialen Schulwegs auf acht Jahre werden 2011 doppelt so viele Abiturienten auf einen Studienplatz hoffen – und meiner Meinung nach, haben sie auch einen Anspruch darauf. Wird der Neubau verhindert, kann man sicher davon ausgehen das genau diese hälfte keinen Studienplatz bekommen wird. Erwähnenswert ist auch noch die Tatsache, dass die bayerischen Hochschulen und Fachhochschulen dazu verpflichtet wurden doppelt so viele Studenten aufzunehmen um eine Gleichberechtigung sicherzustellen. Da kann man sich leicht ausmahlen was passiert, wenn nicht schnellstmöglich mit dem Bauen begonnen wird.
  • Hohe Schadenersatzansprüche. Die Stadt Würzburg hat ja bereits eine Baugenehmigung erteilt. Wird die Stadt nun aber dazu gezwungen – und zwar durch den Bürgerentscheid – diese Baugenehmigung wieder zurück zu ziehen, dann wird die Stadt Würzburg schadenersatzpflichtig (ca. 10 Mio.!). Die Genehmigung wurde völlig rechtens erteilt und irgendwer muss für die entstandenen Kosten aufkommen. Wer das dann letztendlich bezahlt? Die Steuerzahler der Stadt Würzburg! Ich geh mal davon aus, dass das kaum jemand weiß… sonst gäbe es den Bürgerentscheid erst gar nicht!

Nach meiner Ansicht ist es nur deshalb zu diesem Bürgerentscheid gekommen, weil viele nur ein Bruchteil des Ganzen kennen. Man hat es offenbar geschafft mit falschen Argumenten ausreichend viele Menschen gegen den Neubau der FH zu gewinnen. Besonders ärgerlich finde ich, dass die Chance etwas für den Standort Würzburg zu tun so zunichte gemacht wird. “So hat Goppel inzwischen anmerken lassen, dass man nicht weitere Gelder in den Ausbau des Hochschulstandorts Würzburg investieren will falls die Neubaupläne in letzter Sekunde wieder von den Bürgern verhindert werden sollten. Stattdessen erwägt man die Millionenbeträge, die den Neubau komplett aus der Kasse des Freistaates finanzieren würden, dem Ausbau des Partnerstandortes Schweinfurt zukommen zu lassen, wo eine positive Stimmung gegenüber Neubauplänen herrscht.” Und was das für den FH-Standort Würzburg bedeutet… ist wohl klar!

Ich kann es einfach nicht fassen, wie die Bürgerinitiavtive hier ihre Prioritäten setzt und unsere Chancen dadurch zerstört. Vor allem auch deshalb, weil gerade in letzter Zeit immer wieder viel über Bildung diskutiert wurde. Ich denk wir sind uns alle einig, dass Bildung die einzige Chance für uns alle ist wenn wir in Zukunft weiter vorne mitspielen wollen. Und ich bin mir sicher, dass diejenigen die diesen Bürgerentscheid herbeigerufen haben das ebenfalls unterstützen würden. Sie sind bestimmt auch der Meinung, dass Bildung wichtig ist und hoffen, bzw. erwarten gute Bildungschancen für ihre Kinder. Da ist diese Einstellung “aber bloß nicht vor meiner Haustür”, aus meiner Sicht, verantwortungslos und nicht nachvollziehbar!

Wie schon geschrieben, glaube ich das Aufklärung am ehesten hilft den Neubau der FH wieder ins rollen zu bringen. Daher habe ich auch eine Bitte an Euch alle…

An die Würzburger: Bitte sprecht über dieses Thema mit allen Bekannten, Freunden, Familienmitgliedern, … und allen die Euch so über den Weg laufen ;) . Und bitte geht alle am 27. Juli zur Wahl und stimmt für den “Bürgerentscheid 2″, den Stadtratsbeschluss – “Ja zur Fachhochschule am Sanderheinrichsleitenweg – für Würzburgs Zukunft als Wissenschafts- und Bildungsstandort”.

Und an alle Anderen: Sofern Ihr die Möglichkeit habt (damit meine ich vor allem die Blogger ;) ), bitte helft uns diese Botschaft in die Weiten des Webs zu tragen und unseren FH Standort in Würzburg zu sichern.

Schon mal Vielen Dank! … Denn ich bin mir sicher, Ihr lasst uns nicht im Stich ;) !

Quellen und weitere Informationen zum Thema:

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9 Kommentare vorhanden für “Bürgerinitiative will Neubau der FH-Würzburg verhindern”

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Hallo zusammen,

da auch ich wie Martin an der gleichen FH studiert habe, befürworte ich seine Aussagen in diesem Beitrag.

Da ich schon etwas länger nicht mehr an der FH bin, höre ich von dem Vorhaben der Bürgerinitiatove zum ersten Mal.

Wirklich unglaublich was da los ist.

Thumbs up für Deinen Beitrag, Martin!

Und an alle Würzburger: Voted “für den Neubau der FH!”

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Genau! Raus damit. Man muss den Würzburgern sagen was Sache ist und sie nicht den Nebelkerzen aussetzen, die die Gegner werfen. Keiner von denen hat sich sachkundig gemacht.

Und wie immer… Jeder weiß alles besser. Warum geht die FH nicht dahin oder dahin. Oder da hinten ist doch noch Platz. Als ob bei einem Vorhaben DIESER Größenordnung nicht alles bereits vorab geprüft worden wäre.

Mit fällt da nur immer wieder das Zitat von Dieter Nuhr ein: Wenn man keine Ahnung hat…

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Hallo Madin ;-)

Da fehlt in deiner Argumentation noch genau ein Aspekt: Wenn die Studies nicht in Würzburg studieren können (oder wollen), werden diese auch später nicht in Würzburg arbeiten wollen… Und dann haben die Vogels, köbaus, SALTS, Navigons, IBMs, Solus, nobiscums, Solivers irgendwann ein Nachwuchsproblem. Das Wachstum findet also an anderen Orten statt…. Und 2040 machen wir dann einen Zaun um die Stadt und rufen Bayerns größtes Altenheim aus! Dann wird es so richtig ruhig hier – und die Bürgerinitiative hat ihr in Wirklichkeit einziges Ziel erreicht – wir auf der Sieboldshöhe und im oberen Frauenland haben Ruhe.. Mehr als uns lieb ist!

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Nachtrag: Es geht ja nicht nur um die Nachwuchsprobleme der bereits bestehenden Unternehmen. Gute Absolventen gründen ja auch immer wieder eigene Unternehmen, die im Laufe der Zeit ja auch wachsen und Arbeitsplätze nach Wü bringen. Auch die will man scheinbar nicht haben.

Zaun rum, alles fotografieren wie es jetzt ist und jeden Tag rumlaufen und die Realität mit den Fotos vergleichen.. Damit sich nur ja nix verändert… Und wenn ja, dann schnell eine Initiative dagegen gründen. Denken die meisten Würzburger tatsächlich so?

[...] Blogosphäre kommt zu dem Thema langsam in Schwung. Immer mehr Studenten der FH melden sich zu Wort und geben ihren Unmut gegen den Bürgerentscheid und [...]

FH Neubau Würzburg – Wer kann da schon nein sagen?…

Passt nicht ganz zum Thema in diesem Blog aber es MUSS darüber geschrieben werden.
Wie der ein oder andere von Euch weiß, habe ich in Würzburg an der FH studiert. Schon damals wurde immer wieder über den FH Neubau am Sanderheinric…

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Hallo zusammen,

also bin auch absolut der Meinung ” Die FH muss kommen – Für den Wissenschafts- und Bildungsstandort Würzburg”. Hab auch auf http://www.wuerzburg.de was zu dem Thema entdeckt: http://www.wuerzburg.de/de/kultur-bildung/fh/20900.Ja_zur_Fachhochschule_am_Sanderheinrichsleitenweg.html

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Unfassbar. Jetzt verliert die Bürgerinitiative gegen den Neubau völlig den Halt. Nachdem alle Argumente der BI vor allem hier im Web in Blogs vernichtend zerlegt wurden, werden sie jetzt richtig fuchtig. Letzte Woche kam man noch mit dem Argument, dass die vielen Autos zuviel Reifenabrieb auf der Straße hinterlassen würden. Eigentlich war damit schon eine Bankrotterklärung verkündet. Aber sie können noch tiefer sinken, wie ein Artikel in der Mainpost Online gestern (16.6.08) zeigt. Dass sie alles besser wissen als alle anderen ist nicht neu. Jetzt werden sie der Stadt Würzburg Täuschung und Tricks vor – und die Krönung: “Wir vertreten die Interessen der FH weitaus mehr als sie selbst.“ Ja geht´s noch? 30 anwohnende Sektierer und ein paar verbohrte Ökoanhänger sind schlauer als der Rest der Welt.

Mein Großvater hat immer gesagt: “Wer schreit hat Unrecht”. Ich hab diesen Spruch nun über 40 Jahre lang “beobachtet” und festgestellt, dass er stimmt. Die BI merkt wohl nun, dass sie keinen Boden mehr unter die Füße bekommt und wird patziger, unverschämter und der Ton wird deutlich rauher. Umso besser. Soll sich die Bevölkerung von Würzburg selber ein Bild von dieser Gruppe und damit eine Meinung bilden. Eigentlich braucht man jetzt gar nicht mehr groß argumentieren. Die fangen scheinbar an, sich selber extrem laut zu disqualifizieren. Recht so!

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