Wie verändert Google Universal Search die Wahrnehmung der Nutzer?

Suchergebnisseiten von Google, welche lediglich textuelle Informationen durch Links beinhalteten, gehören seit Einführung der Google Universal Search der Vergangenheit an. Unlängst werden ebenso Daten aus News, Videos, Kartenmaterial und Branchenbuchdaten zusätzlich zu den bekannten Textlinks angezeigt. Je nach Suchanfrage des Nutzers erweitert der Suchmaschinenriese also sein Ranking der Suchergebnisse durch relevante Suchtreffer aus o.g. Informationsquellen und gestaltet somit die Suchergebnisseite neu. In der SEO-Szene führte die Einführung von Universal Search für Aufregung, da Unklar war welche Auswirkungen diese neue Funktionalität auf das Suchmaschinen-Ranking sowie das Klickverhalten hat. Nun hat Google eine Studie veröffentlicht, welche die Wahrnehmung der Universal Search Suchergebnissse aus Nutzersicht mit Hilfe einer Eyetracking-Studie unter die Lupe nimmt.

Universal Search Suchergenisseite

In obigem Screenshot der Suchanfrage “How to tie a tie” (Wie bindet man eine Krawatte?) sind die Universal Search Elemente sichtbar. Neben einigen Bildern in der Mitte des Screenshots werden ebenso Videos von Youtube verlinkt.

Wie wirkt sich die prominente Auslobung nun auf die Wahrnehmung der Nutzer aus? Verändert sich das gelernte Verhalten die Suchergebnisse von oben nach unten (gemäß der von Google zugespielten Relevanz) zu scannen? Google stellt nachfolgendes Video zur Verfügung, welches aus einer Datenerhebung im Usability-Labor mit 34 Testpersonen stammt.

Die Ergebnisse der Studie lauten laut Google wie folgt:

  • Die Darstellung der Zusatzinformationen in Form von Karten, Bildern, Videos etc hatten keinen Einfluss auf das Scannen der Suchergebnisseiten aus Nutzersicht. Das gelernte Verhalten wird beibehalten.
  • Die Vorschau-Bilder (Thumbnails) in Mitten der Suchergebnisseite ermöglicht es den Nutzern schnell zwischen relevanten und irrelevanten Informationen unterscheiden zu können. Die Suche nach dem was der Nutzer wirklich haben möchte wird dadurch vereinfacht.

Meine persönliche Einschätzung zum Theme Universal Search:
Das Thema Universal Search bzw. Personalisierte Suche kann das Such- und Klickverhalten dennoch verändern. Hat der Nutzer es erstmal gelernt dass Suchergebnisse welche mit Bildern, Videos etc angereichert wurden schneller zum Ziel führen, so wird sich auch das Klickverhalten und die Wahrnehmung verändern. Ein Whitepaper von Enquirosearch versucht dies zu beschreiben.

Diese Veränderungen im Nutzerverhalten heißt es sowohl im Bereich SEO als auch im Bereich User-Experience / User-Centered-Design zu beobachten. Ein weiteres offensichtliches Merkmal dafür, dass eine enge Verzahnung zwischen den verschiedenen Disziplinen (von SEO / SEM über Web Analyse, User Experience / User-Centered-Design Forschung bis hin zur Website Optimization) notwendig ist, um erfolgreich im Web zu sein.

via Searchengineland und Official Google Blog

Was denkt ihr über Google Universal Search und die Auswirkungen auf die Wahrnehmung der Nutzer? Freue mich auf spannende Diskussionen.

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10 Kommentare vorhanden für “Wie verändert Google Universal Search die Wahrnehmung der Nutzer?”

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Klasse Hinweis, auf eine interessante Studie!
Vielen Dank dafür.
Denke vieles hängt bei diesem Thema an Erwartungen und der Zeit, wobei es hier natürlich eine Abhängigkeit gibt: Erwartungen ändern sich mit der Zeit.
Warum sind Erwartungen so entscheidend?
Am Bsp. Kravatte binden wird es bei den meisten so sein, dass diese auf der Suche nach Bildern sind, die anzeigen, wie so etwas geht (oder ggf. auch Kravatten, die man gebunden kaufen kann). Bekommt man nun bei einer solchen Sucherwartung / Zielvorstellung Bilder an 3. Stelle der Trefferliste gezeigt, dann sollte der Blick ganz schnell dort hin wandern. Das bekannte F, welches man immer wieder auf reinen Textlinktrefferseiten auf Google immer wieder misst, sollte nun nicht mehr auftreten, der Blick wird gleich auf die Bilder gehen. So hätte ich das einfach auch mal vermutet. Warum die das nicht gemessen haben? Vielleicht ist es nicht gelungen die Nutzer in entsprechende Intentionslagen zu versetzen (im Labtest). Oder die Nutzer haben vorab fast nur reine Texttrefferlisten präsentiert bekommen und es kaum zu einer Art “Priming” Effekt. Auf jeden Fall eine spannende Sache, die man beobachten sollte.
Auch: Was ist dann eigentlich mit dem ausbleibenden Klick auf die Site desjenigen, der diese schönen Bilder anbietet (zum Binden von Kravatten)? Da muss man ja gar nicht mehr klicken, kann ja gleich über die Bilder auf der Google Trefferliste lernen, wie es geht. Das wird den Site-Betreiber und “Bildbesitzer” sicherlich nicht grad begeistern.

P.S.: Kann man die Studie irgendwo komplett herunterladen?

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Ich denke auch: Der entscheidende Punkt liegt in dem Fehlen des Wortes “noch”.
Packt man das in den Absatz der Googleaussagen rein:

“..Die Darstellung der Zusatzinformationen in Form von Karten, Bildern, Videos etc hatten [noch] keinen Einfluss auf das Scannen der Suchergebnisseiten aus Nutzersicht. Das gelernte Verhalten wird [noch] beibehalten…”

…dann wird ein Schuh daraus. Wir wissen, dass Menschen extreme Gewohnheitstiere sind. Die Univ-Search ist noch viel zu neu, um daran meiner Ansicht nach schon Nutzergewohnheitsveränderungen ablesen zu können. Was sich hinter den neuen Anzeigeformaten verbirgt, muss die Masse der Nutzer erst noch erforschen und lernen. Stecken da z. B. meist nützliche Videos dahinter, wüsste ich kein vernünftiges Argument, warum das zukünftig nicht (dominant) in die Klickentscheidung mit einfließen sollte.

@Thorsten Wilhelm:
Zur Studie hier etwas ausführlicher von Google selber:
http://googleblog.blogspot.com

Googlestudien gibts übrigens hier gebündelt:
http://www.full-value-of-search.de
aber die Neue ist glaube ich noch nicht drin.

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sehr interessanter blog, bin durch basic thinking auf euch gestossen, werde ihn mal bookmarken :)

Google Eye Tracking Analyse wiederspricht eigener Darstellung…

Google veröffentlichte am 06.02.2009 eine neue Eye-Tracking Studie zum Nutzungsverhalten der Google Suche. Dabei überrascht das Ergebnis im Vergleich zur Eyetracking Analyse, welche bei den “Werbematerialien von Google AdWordse”…

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das klickverhalten wird sich auf jeden fall verändern. zwar dürfte platz 1 weiterhin die absolut höchste aufmerksamkeit bekommen (egal ob mit bildern oder ohne), bei den plätzen 2-10 werden die bildchen-resultate sicher (zu-)gewinnen. besonders deutlich wird das sicher bei z.b. tutorials, wo media-content zusätzichen nutzen gegenüber den reinen text gibt.

interessant wird sein, wann und wie google die universal-search ergebnisse einblenden wird. das kann für viele plattformen/produkte eine große chance bedeuten.

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>interessant wird sein, wann und wie google die universal-search ergebnisse einblenden wird.

Wird schon länger gemacht.
Suchst Du z. B. nach Heidi Klum und guckst Du.

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@Website Boosting das ist klar – aber es gibt noch viele Search Terms, bei denen das nicht der Fall ist. Wann blendet Google sie ein? Habt ihr Erfahrungen?

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@Mattias,
reichts nicht, Heide Klum direkt zu sehen? Spaß beiseite. Nachdem was ich so beobachtet und gelesen habe, hat Google bisher da eine Liste mit Begriffen aufgestellt, bei denen die U-Search anschlägt. Kann natürlich auch sein, dass einfach nur ein Algo misst, zu welchen Begriffen besonders viele Bilder und Videos (auch) anschlagen bzw. hohe Trefferraten bringen. Google experimentiert ja schon lange mit Gesichtserkennung. Denkbar wäre, wenn sie bei einem Suchbegriff in der Bildersuche eine Gesichtsübereinstimmung der ersten X-Treffer machen um festzustellen, dass es tatsächlich immer die gleiche Person ist (wäre ein Indiz für Prominenz).

Mit der Erkennung von besonderen Eingaben im Suchschlitz arbeiten sie ja auch schon länger erfolgreich. “Einwohner von Kärnten” oder “wann ist hans moser geboren” bringt ja auch schon ERGEBNISSE, statt nur übereinstimmende Webseiten.

Für SEO wird die USearch wohl schwer “künstlich” zu erreichen sein.

Ich glaube fast, dass es wirklich einen guten Automatismus gibt. “Ingrid van Bergen”, die neue Dschungelkönigin bringt auch schon U-Serach-Ergebnisse mit Bildern. Schwer vorstellbar, dass man sie in Mountain View schon auf eine manuelle Liste gesetzt hat. Könnte aber auch sein. Wie immer bei Google: Man kann nur anhand von Indizien spekulieren…

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> reichts nicht, Heide Klum direkt zu sehen? ;-)

> Kann natürlich auch sein, dass einfach nur ein Algo misst, zu welchen Begriffen besonders viele Bilder und Videos (auch) anschlagen bzw. hohe Trefferraten bringen.
das klingt logisch – würde auch tippen, dass es so funktioniert

> Für SEO wird die USearch wohl schwer “künstlich” zu erreichen sein.
stimmt, sie werden sicherlich nur die populären bilder/videos anzeigen, d.h. man müsste auch gleichzeitig noch guten bild-/video-content bereitstellen.

danke für diese diskussion – ist aufschlussreich :)

[...] Blog2.0 wird eine offizielle Eyetracking-Analyse zum Thema Universal-Search vorgestellt ( Wie verändert Google Universal Search die Wahrnehmung der Nutzer? ). Sehr spannend. Ich werde mich mit dem eyetracking-Test von google noch mal separat [...]

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