Der Usabilitykongress 2009 ist vorüber – zwei spannende Tage voller Diskussionen, Fachvorträgen und Best Practice Beispielen rund um das Thema Web-Usability haben bei mir einen bleibenden Eindruck hinterlassen. Wer meinen Twitterstream verfolgt hat (MoritzHabermann@Twitter), der war bereits während der Veranstaltungstage gut über die Themen informiert. Wer durch die hohe Postingfrequenz jedoch etwas genervt war, bei dem möchte ich mich für die “Fast-Live-Berichterstattung” entschuldigen
, die gestiegenen Followerzahlen und die vielen Direct Messages nach dem ersten Tag haben mich jedoch bestärkt auch am zweiten Tag am Ball zu bleiben.
Meine Highlights des Kongresses
Leider habe ich die Keynotes von Joachim Graf (iBusiness) und Michael Sorg (Schwab Versand) verpasst, weil ich Probleme bei der Anreise hatte und am Bahnsteig Frankfurt Airport festsaß. In der Kaffeepause konnte man jedoch hören, dass die beiden Speaker sehr gut ankamen und gut in die beiden Tage eingeführt haben.
Besonderes Interesse habe ich der Session Web Controlling & Usability gewidmet. Letztendlich habe ich wieder mal den Eindruck gewonnen, dass Usability-Forschung, Conversion Rate Optimization und Web Analytics mehr und mehr Teil eines ganzheitlichen Optimierungsprozesses wird, bei welchem mehr und mehr die Tools & Methoden zusammenwachsen. Das hab ich ja hier im Blog schon öfters angemerkt und der Erfahrungsaustausch auf dem Kongress bestätigt mir das auch.
Frank Reese (www.idealobserver.de) hat den Nagel jedoch auf den Kopf getroffen: die Sammlung von Daten und Aufbereitung in Handlungsempfehlungen scheitert oft noch an den Unternehmensstrukturen. Leidergottes ist der Gedanke noch nicht in vielen Firmen etabliert, um Entscheidungen datenbasiert vorzubereiten und letztendlich zu treffen. Hierzu ist noch viel Arbeit vom Markt notwendig – letztendlich ist es jedoch m.E. unerlässlich um langfristig erfolgreich im Web zu sein.
Ein anderer Frank – nämlich Frank Puscher – hat in einem interessanten Vortrag über Landing Page Optimierung klar gemacht, dass sich innerhalb von wenigen Sekunden Erfolg und Mißerfolg einer Website entscheiden und dass es oft einfache Usability-Fehler sind, deren Behebung die Konversionsrate nach oben schnellen lässt.
Marktforschung für Fortgeschrittene hat Tim Bosenick (www.sirvaluse.de) vorgestellt – durch die Kombination von Offline-Datenanalysen der GfK mit Erkenntnissen aus der Online-Forschung durch Remote-Tests lässt sich die ein oder andere interessante Analyse des Online-/Offline Kaufverhaltens im Benchmark durchführen. Im Übrigen hat Tim Bosenick für einen perfekten und sehr lustigen Abschluss des Kongresses gesorgt, in dem er von seinen Erfahrungen in Internationalen Usability-Projekten berichtet hat. Andere Länder, andere Sitten – das zählt also auch für die Usability-Forschung.
Ich hoffe dass es einige der Vorträge bald zum Download auf www.usability-kongress.de gibt – so kann sich jeder nochmal ein eigenes Bild über den Kongress machen. Wer die Downloads auf seinen eigenen Seiten zum öffentlichen Download anbietet, der kann in den Kommentaren gerne darauf hinweisen.
Fazit
Der Usabilitykongress hat sich gelohnt – falls nächstes Jahr eine Wiederholung ansteht (wovon ich fest ausgehe), dann werde ich mir den Termin sicherlich in meinem Kalender vormerken. Einziger Wermutstropfen der Veranstaltung: die Tagungsräume hätten etwas mehr Licht vertragen können, so wäre die lockere und entspannte Athmosphäre in der Lobby auch besser während den Vorträgen zur Geltung gekommen.
Meine Tweets
Wer sich nochmal die Ereignisse des Kongresses in chronologischer Reigenfolge anschauen möchte, der kann sich meinen Twitter-Stream hier nochmal ansehen. Ein kleiner Vorgeschmack in untigem Screenshot.
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1 Kommentar vorhanden für “Review: Usabilitykongress 2009 in Frankfurt”
[...] Es war voll auf dem Kongress in Frankfurt, tja eigentlich in Neu-Isenburg Gravenbruch. Doch der Ort war nicht das Besondere dieser Veranstaltung: 160 Teilnehmer und 60 Referenten trafen sich 2 Tage lang in drei parallel laufenden Sessions zum Meinungsaustausch über den Joy of Usability. Es wurde viel geredet, diskutiert, gefachsimpelt und ge-networked. Eine rundum gelungene Veranstaltung, meinen auch Kom-blog.de, nutzerfreundlich.blog.de oder blogzwonull.de [...]