Blog-Ziele messen mit Google Analytics

Jede Webseite hat ein Ziel, mindestens eins. Während eine E-Commerce-Webseite hauptsächlich verkaufen möchte, unterscheiden sich die Ziele eines Blogs jedoch rudimentär davon. Dieser Post beschäftigt sich damit, welche Ziele ein Blog hat und wie diese mit Hilfe des kostenlos erhältlichen Web Analytics Tools Google Analytics messbar gemacht werden können.

Der erfolgreiche Kaufabschluss einer E-Commerce-Webseite lässt sich relativ leicht messen. Ein Kauf ist dadurch definiert, dass ein Benutzer eine sog. Bestellbestätigungsseite sieht, welche ihm alle Details der Bestellung nochmals zusammenfasst. Diese Zielerreichung lässt sich perfekt mit allen am Markt erhältlichen Web Analyse Tools messen, da das Ziel genau dann ausgelöst wird, wenn eine bestimmte URL (z.B. meinedomain.de/bestellbestaetigungsseite.html o.ä.) aufgerufen wird.

Bei einem Blog sieht das ganze jedoch anders aus. Auf einem Blog kann man (im Regelfall) nichts bestellen, die Blogposts dienen hauptsächlich dazu Informationen unter der Leserschaft zu verteilen.

RSS-Abonnenten tracken

RSS – Abonennten sind Nutzer, welche Eure Blogposts über einen RSS-Reader (kostenlos) abonniert haben, d.h. sie bekommen automatisch eine Benachrichtigung dass ein neuer Blogpost veröffentlicht wurde. RSS-Reader zählen als treue Leser, da sie aktiv durch das Abo bekräftigt haben dass der Content für sie so informativ und relevant ist, dass sie immer darüber Benachrichtigt werden möchten wenn sich was tut im Blog. Ich empfehle, die Verteilung der RSS-Feeds Google’a Feedburner-Dienst zu überlassen. Dies hat den Vorteil dass über die Feedburner-Weboberfläche umfrangreiche Statistiken abgerufen werden können (Anzahl der Abonennten im Zeitverlauf, welche Artikel wurden wie häufig angesehen bzw. geklickt).

Der Nachteil der RSS-Abonnenten ist jedoch, dass die KPIs Visits und PageViews für Blogs an Relevanz verlieren. Viele User lesen einen Blog nur noch aus dem RSS-Reader heraus, d.h. sie besuchen den Blog gar nicht mehr da sie alle Informationen bereits im RSS-Reader bekommen. Daher ist es wichtig, die RSS-Abonnenten separat zu analysieren, z.B. über Feedburner.

feedburner

Tracking von neuen RSS-Abonnenten mit Google Analytics

Da das Hinzugewinnen von RSS-Abonennten auch eine der zentralen KPIs für Blogs ist, empfiehlt es sich zudem an einer zentralen Stelle im Blog ein RSS-Icon oder einen Text-Link zu platzieren, über welchen ein User den RSS-Feed abonnieren kann. Dieser Icon wird mit einem Link zum Feedburner Link versehen (z.B. durch <a href=”http://LINKzumRSSfeed”>ICON</a>). Da der Link nun jedoch auf eine externe Seite führt und von Google Analytics da nicht getrackt werden kann, so muss der Klick auf dieses Icon (welcher ja die Gewinnung eines neuen RSS-Abonnenten darstellt) mit einem sog. onClick-Event versehen werden. Dieses onClick-Event wird von Google Analytics als ein virtueller Seitenaufruf gemessen – ihr wisst also genau wie oft ein Besucher Eures Blogs über diesen Button Euren RSS-Feed abonniert hat.

Der finale Link schaut z.B. so aus (danach ist über die Content-Reports der Aufruf der URI ‘/Ziele/RSS-Icon’ abrufbar):
<a href=”http://LINKzumRSSfeed” onClick=”javascript: pageTracker._trackPageview (‘/Ziele/RSS-Icon’);”>ICON</a>
.

Um dem ganzen dann noch den letzten Feinschliff zu geben, so solltet ihr dann noch den Aufruf dieser URI in Google Analytics als Ziel definieren. Dies geschieht in den Profileinstellungen.

googleanalytics_ziele

Weitere Ziele eines Blogs

Mit der oben beschriebenen Methode des Trackings von virtuellen Seitenaufrufen mit Hilfe von Google Analytics könnt ihr natürlich noch weitere relevante Informationen tracken.

Beispiele für weitere Ziele

  • Besucher einer Profilseite (Nutzer welche sich darüber Informieren wer diesen Blog schreibt zeigen ein gewisses Engagement auf)
  • Besucher eine Werbekontakt-Seite (wer Werbeflächen in seinem Blog anbietet, der ist natürlich auch daran interessiert dass diese angeklickt werden)
  • Kommentare im Blog (Ziel eines Blogs ist die Diskussion der Leser untereinander, daher kann ein neuer Kommentar ebenso als Ziel definiert werden; bei WordPress erfolgt dies in der Datei comments.php im Theme-Ordner)
  • Follower und RTs auf Twitter (da es das Ziel jeden Bloggers ist, dass seine Informationen empfohlen, verteilt und kommentiert werden, ist es sinnvoll das mit Hilfe von eigenen Tool zu monitoren. Die Entwicklung des Twitter-Accounts und die Anzahl von Retweets lässt sich z.B. mit folgenden Tools messen: Retweetist, Twittercounter oder Twitter-Friends)

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6 Kommentare vorhanden für “Blog-Ziele messen mit Google Analytics”

commenter

Speziell das Tracking von RSS-Abonennten halte ich auf die Art für Problematisch, da es einfach zu viele Möglichkeiten gibt einen Feed zu abonnieren. Ich finde dafür ist Feedburner noch immer die beste Lösung. Man bekommt halt nicht immer alles in ein Tool und in Google Analytics aufgrund mangelnden Imports schon gar nicht.

commenter

Hi Paddy, selbstverständlich ersetzt der obige Workflow nicht das Tracking über Feedburner. Wenn ein User z.B. über die Browser-URL-Leiste den RSS-Feed abonniert, so kann man das über die von mir beschriebene Methode nicht tracken – das ist korrekt. BTW: Da Feedburner ja zu Google gehört fände ich es toll wenn Feedburner in Google Analytics integriert werden würde.

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Vielen Dank für diesen interessanten Beitrag und die Tipps zu Definition und Messung von Zielen. Was ich noch für sinnvoll erachte ist die Zielgröße: erreichte Nutzer / Personen. Also die Festlegung einer Zielgruppe und deren Beschreibung und die regelmäßige Überprüfung, ob die definierte Zielgruppe auch erreicht wird. Z. B. über eine Befragung auf dem Blog (Onsite-Befragung zur Identifikation von Nutzer-/Zielgruppenmerkmale).
Eine weitere Zielgröße ist für mich auch die Relevanz des Blogs für ausgewählte Themen. Dieses Ziel könnte z. B. durch die Anzahl an Links von “qualitativ hochwertigen” Portalen auf den Blog gemessen werden. Oder vielleicht auch, ob der Blog bei der Eingabe bestimmter Begriffe bei Google auf den ersten Trefferseiten erscheint.
Fazit für mich: Jede Menge Möglichkeiten den Erfolg und die Zielerreichung zu messen (immer vorausgesetzt, man hat Ziel und die auch definiert).

commenter

Da hast Du ebenso Recht, Thorsten – seine Ziele sollte man natürlich nicht nur in seinem Web Analyse Tool überprüfen, sondern auch mit qualitativen Methoden.

[...] messen mit Google Analytics (Link) Jetzt kann ich es tweeten ;o) @moritzhabermann #Analytics [...]

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