Heute werden wir auf blogzwonull.de eine Beitrags-Serie ins Leben rufen: Usability in practice. In regelmäßigen Abständen möchten wir über typische Usability-Werkzeuge und deren Anwendung in der Praxis berichten. Ziel ist es, den Begriff Usability zu erklären, den Mehrwert durch gezielte Usability-Verbesserungen zu erläutern und Empfehlungen für den Einsatz der Tools zu geben.
Eingehen möchten wir u.a. auf folgende Werkzeuge:
- Experten-Reviews
- Zielgruppenbefragungen über Online-Panels
- Marktforschungsinstrumente (z.B. Onsite-Befragungen)
- Remote Usability Tests
- User Tracking
- Tests im Usability-Labor
- A/B Tests
- Multivariate Tests
- und vielleicht noch das ein oder andere mehr
Doch fangen wir mal klein an. Was ist Usability überhaupt?
Die Usability (oder deutsch: Benutzerfreundlichkeit) einer Webseite beschreibt ganz grob gesehen sämtliche Eigenschaften einer Webseite, die es dem Nutzer ermöglichen sein Vorhaben effektiv, erwartungskonform, effizient sowie zufriedenstellend zu erreichen. So ein Vorhaben kann z.B. das Anmelden zu einem Newsletter sein oder der Kauf eines bestimmten Produktes. Gute Usability ist im Fall des Kaufes also geboten, wenn der Nutzer auf einfache Weise seine Bestellung abschicken kann.
Hierzu zählt z.B.
- dass der Checkout logisch aufgebaut ist
- dass die Nutzer aussagekräftige “Rückmeldungen” in Fehlersituationen erhalten
- dass Navigationselemente wahrnehmungsstark gestaltet sind
- dass die Farb- und Formgebung der Zielgruppe entspricht
- dass Schriften gut lesbar sind
- dass Nutzer den Überblick behalten, wo sie sich momentan auf der Webseite befinden
- uvm
Viele Unternehmer werden sich die Frage stellen: Lohnt sich Usability überhaupt? Ja – es lohnt sich. Und zwar gewaltig. Mit genau dieser Frage hat sich Mario Fischer auf Website-Boosting beschäftigt: Die Verbesserung der Usability bringt immer noch ein enormes Wachstumspotential mit sich. Einfache Optimierungen schrauben den Erfolg der Webseite wirklich unglaublich nach oben: Steigerungen von 200% bis 300% sind keine Seltenheit. Welche andere Maßnahme hat einen solchen ROI (Return on investment = Wann habe ich das ausgegebene Geld für Usability-Maßnahmen wieder erwirtschaftet)? Momentan befindet sich die Branche in einer Phase in der mehr und mehr Unternehmen Usability-Maßnahmen einleiten (eigentlich wahnsinn, dass nicht schon viel früher angefangen wurde), doch immer noch sind hier unglaubliche Verbesserungspotentiale zu erkennen.
Plastisches Beispiel gefällig? Stellt Euch vor ihr geht in ein groooooßes Kaufhaus – um Euch einen Überblick zu machen, wo sich im Kaufhaus etwas befindet sucht ihr das Täfelchen auf welchem geschrieben steht in welchem Stock sich die verschiedenen Warengruppen befinden. Dummerweise müsst ihr zunächst über die Außenleiter in den 8ten Stock des Kaufhauses laufen um dieses Täfelchen zu finden. Oben angekommen lest ihr, dass sich die Elektronikabteilung im 3ten Stock befindet. Tipp tapp – ihr trödelt die Treppe keuchend wieder herunter. Allerdings steht ihr dann jedoch in der Haushaltswarenabteilung und lasst euch verdutzt von einer Verkäuferin erklären, dass das Täfelchen im 8ten Stock schon lange nicht mehr aktuell ist. Spätestens dann ist wohl der Moment gekommen in dem ihr Euch eine Bratpfanne schnappt und Amok lauft (nur Spaaaaß).
Solche Situationen sind sehr oft im Web zu finden. Wie oft werden User über nervige Intros gejagt, stolpern über wahnwitzige Fehlermeldungen oder irren quer durch verschiedene Sortimente im Shop – ohne zu wissen wo sie sich befinden und wie sie wieder zurückkommen. Schlimmstenfalls kann das sogar zu Krankheiten führen (MRS=Mouse Rage Syndrom), wie die Computer Zeitung berichtet.
Das Web hat jedoch (aus Anbietersicht) gegenüber dem stationären Handel einen gehörigen Nachteil: Die Konkurrenz ist nur einen Klick entfernt! Während der Kunde im Einzelhandel wahrscheinlich die Querelen über sich ergehen lässt (weil das nächste Kaufhaus 5km entfernt ist) zückt der User im Web seine Tastatur und Maus und sucht sich einfach den nächsten Shop. Und wenn die Konkurrenz eine bessere Usability hat – dann bleibt der Kunde auch dort!
So – die Spiele sind eröffnet. Nach diesem Intro-Beitrag über Usability startet nun die Serie Usability in practice.
Welche Erfahrungen habt ihr mit Usability bisher gemacht? Hat der ein oder andere ein besonderes Beispiel für gute / schlechte Usability? Habt ihr bereits Erfahrungen mit Usability-Optimierungen gemacht?









4 Kommentare vorhanden für “Usability in practice”
Ein ungemein wichtiges, aber immer wieder unterschätztes Thema. Die meisten SEOs messen der Usability viel zu wenig Bedeutung bei bzw. haben meist kaum Ahnung, wie man diese messen oder verbessern kann, was wohl auch damit zusammenhängen kann, dass viele von ihnen mehr Zeit in Analysen und ähnlichen Unsinn als in den Aufbau und Inhalt ihrer Seiten investieren. Meine Erfahrungen decken sich in etwa mit Deinen oben beschriebenen Zahlen, wobei ich realistischerweise mal auf 100 Prozent Umsatzzuwachs reduzieren würde. Nach einer Usability-Optimierung lassen sich oftmals Einnahmen pro Besucher erzielen, die weit über dem Durchschnitt anderer Portale liegen und gleichzeitig findet der Besucher einer solchen Seite eine wesentlich klarere Struktuierung vor, also so gesehen eine Win-Win-Situation.
Das von Dir angesprochene Thema Usability & SEM/SEO ist fast nochmal ein eigene Beitragsreihe wert. Denn wie Du völlig richtig sagst: was bringt es, wenn Geld in SEM/SEO-Maßnahmen gesteckt werden, der Traffic auf dem Shop/der Plattform sprunghaft ansteigt, aber der Umsatz dennoch nicht ansteigt da die Usability schlecht ist. So hat man sich dann Shopbetreiber wirklich mal Dollarscheine an den Allerwertesten geschmiert
>was bringt es, wenn Geld in SEM/SEO-Maßnahmen gesteckt werden, der Traffic auf dem Shop/der Plattform sprunghaft ansteigt, aber der Umsatz dennoch nicht ansteigt da die Usability schlecht ist.
Achja?
[...] ersten Beitrag unsrer Reihe “Usability in Practice” hat Moritz bereits eine Einführung in das Thema Usability gegeben. Bevor wir uns jedoch auf [...]