Recap UX Camp 2009 in Berlin

Sommer, Sonne, Sonnenschein – 60 Jahre Grundgesetz, Bundespräsidentenwahl und das User Experience Camp 2009. In Berlin war dieses Wochenende einiges geboten. In die Räumlichkeiten der Humboldt-Universität (Erwin-Schrödinger-Zentrum / Adlershof) haben die Organisatoren des User Experience Camps geladen, um einen Gedankenaustausch zu den Themen Usability & User Experience zu fördern. Und eins vorweg: es hat sich gelohnt.

User Experience Camp 2009 Berlin

Gestartet ist der Tag 1 mit einem gemütlichen Frühstück. Während des Frühstücks habe ich mich auch gleich festgeredet, so dass die erste Session-Runde erstmal ohne mich starten musste.

Meine erste besuchte Session war dann “Besuchte Hyperlinks – Theorie vs. Praxis” von Marian Steinbach. Er hat ein eigentlich schon fast in Vergessenheit geratenes Thema sauber vorbereitet und hat so die Diskussion im Teilnehmerkreis stark gefördert. Zunächst wurde diskutiert, warum viele der Top-Seiten keine Kennzeichnung von besuchten Links anbieten, während dessen im zweiten Teil der Session diskutiert wurde wie die Kennzeichnung von besuchten Links nachweislich als Erfolg ausweisen kann. Da es sich hier um eine stark qualitative Einschätzung handelt, empfiehlt sich hier auch eine qualitative Usability-Methode einzusetzen.

Nach der Mittagspause zeigte sich dann im Sessionplan leider ein leichtes “Sommerloch”, so dass die wenigen nach dem Mittagessen angebotenen Sessions restlos überfüllt waren. Ich hab mich in den Türrahmen der Session “KISS Prinzip – angewendet bei Doodle” von Reto Lämmler aus der Schweiz gezwängt. Im Prinzip ging es darum, welche Features & Functions einer Website wirklich notwendig sind und wie viele Funktionen so platziert und gestaltet werden können, dass Nutzer nicht überfordert sind.

Im Anschluss ging es gleich weiter mit einer Produktvorstellung der Agentur Kuehlhaus. Christian Becker hat die UX Suite vorgestellt, die eine effiziente Evaluation mit dem Internet versprach. Und da durfte natürlich ein Marketing-Slide wie “das kann meine Software, und das können meine Mitbewerber alle nicht” nicht fehlen. Enthalten sind in der UX-Suite u.a. Card-Sorting Apps.

Interessanter wurde es dagegen schon wieder bei der Session “Usability vs. Innovation” von Lutz Schmitt (www.uxzentrisch.de), der erstmal ein großes Lob für den spontanen Switch in die englische Sprache verdient hat. Inhaltlich hat er ein absichtlich provokatives Fallbeispiel vorgestellt, in dem er im Projektgeschäft als UX-Engineer gegen eine Usability Agentur argumentieren musste, denn seine innovativen Bedienkonzepte wurden hier von der Usability-Agentur mit der Begründung dass es der Nutzer nicht verstehen wird, abgelehnt. Meine persönliche Meinung hierzu ist, dass dies wohl ein krasses Negativ-Beispiel war, wie die Zusammenarbeit zwischen den einzelnen Stakeholdern in einem Projekt nicht geschehen sollte. Ein innovatives Produkt / Feature / Website / Shop kann sehr wohl “usable” sein, so dass sich m.E. Usability und Innovation nicht gegenseitig ausschließen.

Tag 2 des UX-Camps ließ sich – mal wieder – unter dem Begriff “Qualitätsoffensive” zusammenfassen.

Am morgen hörte ich mir eine Session von Henning Braun an, der die German UPA – den deutschen Berufsverband der Usability-Professionals – etwas genauer vorstellte. Seit mehr als zwei Jahren bin ich dort selbst Mitglied und ich war erstaunt, dass sich die GC-UPA so stark für den Beruf des Usability Engineers einsetzt. Da laufen einige interessante Aktionen, über welche ich mir so im Detail nicht bewusst war. Für alle in der Usability-Branche lohnt sich es sich also, sich dort öfters mal umzuhören (www.gc-upa.de).

Nach einer kurzen Erfrischungspause und Vorbereitungszeit stand dann auch schon unsere eigene Session “Website Optimierung als ganzheitlicher Ansatz” an (die Session habe ich gemeinsam mit Martin Beschnitt vom usabilityblog.de gemacht), welche anhand eines Fallbeispiels “Optimierung der Produktsuche” deutlich machen sollte, dass durch einen gezielten Methodenmix quantitativer und qualitativer UX-Methoden das Thema Usability kapitalisierbar gemacht werden kann. Über Feedback zu der Session in den Kommentaren würde ich mich natürlich sehr freuen.

Im Anschluss daran saß ich noch im Publikum der Session “UX Klinik / Landing Page Optimierung”. Die sehr erfrischende Diskussion über einzelne Websites / Landing Pages gab Website-Betreibern die Chance, Webseiten vom Publikum evaluieren zu lassen. Während der Diskussion gab es sehr wertvolle Tipps – allerdings wurde auch ersichtlich wer sich mit dem Thema Website Optimierung näher beschäftigt und wer nicht. Es waren doch deutliche Unterschiede in den zu evaluierenden Seiten zu sehen.

Fazit:
All in all war das UX Camp eine sehr gelungene Veranstaltung. Der zweite Tag war inhaltlich nochmal interessanter als der erste Tag – das ist aber auch ein Phänomen welches ich ebenso während meines ersten BarCamps beobachtet habe. Den Organisatoren ist ein großes Lob auszusprechen, haben sie doch mit einer optimalen Location und einer sehr guten Verpflegung (auch wenn eine warme Mahlzeit gut gewesen wäre) für perfekte Bedingungen zum Networken, Fachsimpeln und Quatschen gegeben. UX Camp 2010 – ich komme wieder.

Eine Übersicht der einzelnen Recaps ist hier zu finden.

Eine (wahrscheinlich unvollständige) Liste starte ich auch mal hier (wird ergänzt):

Vielen Dank an dieser Stelle an die Sponsoren und das Orga-Team des UX Camp 2009 für das tolle Wochenende in Berlin.

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4 Kommentare vorhanden für “Recap UX Camp 2009 in Berlin”

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Hallo Moritz!

Vielen Dank für das freundliche Feedback zur “Besuchte Hyperlinks …” Session! Der Blog-Post zu dem Thema findet sich unter

http://uxzentrisch.de/besuchte-hyperlinks-theorie-vs-praxis/

Ich würde mich freuen, die Diskussion dort fortsetzen zu können.

Grüße

Marian

[...] paar Meinungen (von Besuchern, die etwas länger da waren ) über das UXcamp findet man hier und hier. Für alle, die das Thema UX und Co. interessiert, gibts hier und hier die Sessionpläne, [...]

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