Video-Werbung wirkt besser als Banner – aber warum?

Worldsites – Internet Marketing berichtete vor einigen Tagen über eine Studie, die Anhand der Online-Kampagne zu Sonys neuem Blu-ray BDP-S1 (wer soll sich das nur merken?) durchgeführt wurde, aus der hervorgeht, dass Online-Video-Werbung in Bezug auf Werbeerinnerung, Markenimage und Aktivierung zu einer höheren Werbewirkung als herkömmliche Banner führt.

Aus meiner Sicht, ist das nicht weiter verwunderlich… aber warum?

Wer schon einmal ein Seminar zum Thema Präsentationstechnik oder Rhetorik besucht hat, kennt sicherlich den Spruch „Bewegung dominiert Ton!“. Was soviel heißt wie „wenn vorne jemand rumhampelt, ist es besser das Reden einzustellen, da einem sowieso niemand mehr zuhört“. Und da ist tatsächlich was dran…

Wir machen jetzt mal einen gedanklichen Sprung zurück in die Steinzeit… Damals war es so, dass alles was sich bewegte zunächst eine Gefahr darstellte – schließlich konnte man ja gefressen werden :-) . Kurz gesagt: Bewegung bedeutet zunächst Gefahr! Dieser Instinkt ist bis heute noch immer tief in unserem Gehirn verankert. Was dazu führt, dass Bewegung noch immer unsere volle Aufmerksamkeit auf sich zieht.

Übertragen wir nun diesen Gedanken auf Banner und Online-Video-Werbung: Online-Video-Werbung mit bewegten Bildern muss zwangsläufig mehr Aufmerksamkeit auf sich ziehen als ein statisches Banner – was letztendlich auch dazu führt, dass die Werbewirkung entsprechend höher ausfällt.

Was allerdings für den Werbetreibenden von Vorteil ist, ist für den Besucher einer Webseite eher ein Nachteil. Denn Bewegung auf der Webseite (wir kennen das z.B. von den vielen Flash-Filmchen) lenkt den Webseitenbesucher beim Lesen der Inhalte stark ab. Studien haben gezeigt: Wenn man Menschen einen kurzen Text, daneben eine Hampel-Figur die sich ständig bewegt, am Bildschirm zeigt, nur die wenigsten den Inhalt des Textes wiedergeben können. Zeigt man ihnen dagegen den Text ohne Figur ist die Erinnerungsrate deutlich höher.

Wenn das nur auch mal zu den vielen Firmen, die interessante Informationen und Produkte auf ihrer Webseite zu bieten haben, diese aber durch „tolle“ Flash-Filmchen und dergleichen (meist von der Marketingabteilung aufgezwängt) völlig am Benutzer vorbeigehen, durchdringen würde…

Mein Fazit: Kommt es mir als Webseitenbetreiber darauf an, dass meine Besucher möglichst viel von dem mitnehmen was ich anbiete, würde ich auf bewegte Bilder und Filmchen aller Art verzichten. Das ist in den meisten Fällen machbar, auch ohne auf wichtige Informationen verzichten zu müssen.

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2 Kommentare vorhanden für “Video-Werbung wirkt besser als Banner – aber warum?”

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Das Phänomen der “Bannerblindness” ist ja nun sogar schon wissenschaftlich untersucht worden. Im Kern sagt es, dass viele Surfer mittlerweile alles, was nur nach Bannerwerbung riecht, ignorieren. Mittlerweile eben schon so richtig unbewusst. Kritisch übrigens für alles, was auf der eigenen Website auch nur einen optischen Hauch von Banner haben könnte: Sie sehen es nicht mehr.

Zum Kern: Das Bannerformat haben die Werbetreibenden mittlerweile versaut. Es funktioniert nicht mehr. Einen Videofilm laufen lassen – das ist für viele Surfer neu und natürlich (!) guggen sie alle hin. Und natürlich ist die Aufmerksamkeit aktuell hoch und natürlich merkt man sich die gesehenen Marken.

Ob es noch funktioniert, wenn auf vielen Seiten viele Videos laufen? Von allen Seiten und jedes sagt “Ich bin aber noch lustiger als der Film, der gerade links oben läuft”…?
Firefox-Nutzern ringt das schon heute ein müdes Lächeln ab – die kostenlos erhältlichen Plug-ins halten die Seiten sauber.

Und ich bin gespannt, welche neue Werbeform in zwei Jahren “viel besser” funktioniert, wenn die Video-Ads sich totgelaufen haben. Vielleicht entdecken die Werbenden irgendwann das, was heute schon funktioniert: Relevante Werbung. Ich will den Sony Blu Räi Film allenfalls dann sehen, wenn ICH meine, dass es mich interessiert. Nicht, wenn Sony meint, es mir reindrücken zu müssen. Also täglich… ;-)

Was sich bewegt, das kann mich fressen… stand oben. Irgendwie trifft das auch auf die Werbung selber zu. Die Formate fressen sich selber – wenn sie sich bewegen…

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“Die Formate fressen sich selber – wenn sie sich bewegen…”
Da ist was dran :-) !

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