Google Analytics: Default-Cookie-Einstellungen und wie man sie verändert

Wer sich schon immer mal die Frage gestellt hat, wie man mit dem kostenlos erhältlichen Web Analytics Tracking Tool Google Analytics die Cookie-Laufzeiten des Kampagnentrackings verändern kann, dem sei mit diesem Posting geholfen.  Die Veränderung der Cookie-Laufzeiten ist u.a. dann sinnvoll, wenn das Kampagnen-Tracking an andere bestehende Statistiken angeglichen werden sollen / müssen.  Zunächst werden jedoch die grundlegenden Google Analytics Cookies erklärt.

Generell funktioniert Google Analytics mit 4 unterschiedlichen Cookies (alles First-Party-Cookies):

  • UTMA-Cookie:  dieser Cookie dient dazu, dass Besucher die schonmal auf der Seite waren als wiederkehrende Besucher erkannt werden.  Standard-Laufzeit: 24 Monate (bei jedem Besuch werden die 24 Monate neu gestartet)
  • UTMB-Cookie:  dieser Cookie ist einer der beiden Sessioncookies. Er zählt nach jedem Seitenaufruf auf der Webseite standardmäßig 30 Minuten nach unten.  Nach 30 Minuten Inaktivität ist also eine Session abgelaufen.
  • UTMC-Cookie: dies ist der zweite Sessioncookie, der nach Schließen des Browsers automatisch gelöscht wird.
  • UTMZ-Cookie:  dieser Cookie ist für das Kampagnentracking zuständig, er beinhaltet also (korrektes Tagging vorrausgesetzt)  die Information von welcher Werbemaßnahme der Nutzer kam.  Standard-Laufzeit: 6 Monate. Weitere wichtige Information: Google Analytics misst standardmäßig nach dem üblichen “Last-Cookie-Wins” Verfahren.  Das bedeutet im Klartext: Nutzer kommt heute über SEM und kauft in diesem Besuch nichts. Gleicher Nutzer kommt morgen über einen Newsletter-Anstoß und kauft etwas. Folge: Der komplette Umsatz wird dem Werbemittel Newsletter zugeschrieben. Im Gegensatz zum “Last-Cookie-Wins” Verfahren gibt es noch das “First-Cookie-Wins” Verfahren, welches dem ersten Werbekontakt den Umsatz zuschreiben würde (in obigem Beispiel würde der Umsatz somit SEM zugeschrieben werden).

So, nun aber zu der Erklärung wie man die Default-Cookie-Einstellungen verändert:

  • Die Standardlaufzeit des Kampagnen-Cookies (UTMZ-Cookie) kann über folgende Codezeile im Google Analytics Code verändert werden:  ‘pageTracker._setCookieTimeout(“3152600″); ‘ Alles zwischen den beiden Anführungszeichen ‘ und ‘ muss innerhalb des bereits bestehenden Google Analytics Trackingcode hinzugefügt werden. Die Zahl 3152600 in obigem Beispiel steht für die gewünschte Cookie-Laufzeit in Sekunden. 3152600 steht für Cookie-Laufzeit von einem Jahr.
  • Die Standardlaufzeit der Session (UTMB-Cookie) kann über folgendende Codezeile im Google Analytics Code verändert werden: ‘pageTracker._setSessionTimeout(“3600″);’ Alles zwischen den beiden Anführungszeichen ‘ und ‘ muss innerhalb des bereits bestehenden Google Analytics Trackingcode hinzugefügt werden. Die Zahl 3600 in obigem Beispiel steht für die gewünschte Session-Laufzeit in Sekunden. 3600 steht für Session-Laufzeit von 60 Minuten.
  • Wer von Last-Cookie-Wins auf First-Cookie-Wins umstellen möchte, der muss an alle seine bestehenden Kampagnen-Links den Parameter ‘noo=1′ anhängen. ‘noo’ steht hierbei füt ‘No Override’, der Kampagnenwert im UMTZ-Cookie soll also nicht überschrieben werden.  Zusätzlich muss im bestehenden Google Analytics Tracking Code folgendes hinzugefügt werden: ‘pageTracker._setCampNOKey(“noo”);’ Alles zwischen den beiden Anführungszeichen ‘ und ‘ muss innerhalb des bereits bestehenden Google Analytics Trackingcode hinzugefügt werden.

Generell stellt sich mir die Frage, inwieweit die bestehenden Verfahren “Last-Cookie-Wins” bzw. “First-Cookie-Wins” überhaupt noch ihre Daseins-Berechtigung in den kommenden Jahren behalten können. Mit stetig wachsenden Marketingbudgets ist es schon fast ‘Old-School’ den komplett erzielten Umsatz nur einer Kampagne (der letzten oder der ersten) zuzuordnen und nicht allen durchlaufenen Kampagnen, mit denen der Nutzer in Kontakt gekommen ist (siehe auch Smartmetrics: Warum der Werbemittelnutzungspfad zum Ziel führt).  Je schneller und lauter Web-Analytics-Anwender diese Anpassung wünschen, desto schneller werden sich die gr0ßen Anbieter hiermit beschäftigen. Dieses Thema ist jedoch mal einen separaten Beitrag zu einem späteren Zeitpunkt wert.

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